| Die Historie des Zinks |
Im periodischen System ist Zink das wichtigste Element der zweiten Nebengruppe. Sein Gewichtsanteil an der
festen Erdkruste beträgt 0,02 Prozent. Die metallische, handelsübliche Form kommt in der Natur nicht
vor; dort tritt Zink immer gemeinsam mit anderen Metallen (Blei, Kupfer) auf. Zinkhaltige Mineralien
sind Kieselzinkerz (Kieselgalmei), Rotzinkerz (Zinkit), Sphalerit (Zinkblende), Willemit, Wurtzit und Zinkspat
(edler Galmei); sie werden hauptsächlich in Australien, den USA, des ehemaligen Russland, Kanada und China gefördert.
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Die ersten schriftlichen Verweise auf das Metall sind fast 3.000 Jahre alt; gezielt erschmolzen und verarbeitet
wurde es vor 1.400 Jahren in Indien und China. Agricola (1494-1555), der Begründer der Mineralogie, beschrieb es
ausführlich. Um 1820 begann die Zinkverarbeitung in industriellem Maßstab, nach 1850 entstanden in Europa
die ersten Zinkhütten.
Die Zinkresreven, die zu heutigen Marktpreisen als abbauwürdig gelten, werden auf max. 150 Mio. t. geschätzt.
Angesichts eines jahrlichen Verbrauchs von vier bis sieben Tonnen Erz wird Zink also noch in der ersten Hälfte
unseres Jahrhunderts endweder knapp oder deutlich teurer, vielleicht sogar beides.
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| Alles läuft über London ... |
Für den Ankauf und Verkauf von Zink gelten, wie für fast alle Metalle, die marktwirtschaftlichen Regulative,
also Angebot und Nachfrage. Beim Zink sorgt, wie bei Blei, Kupfer, Aluminium und anderen Metallen,, eine weltweite
renomierte Institution für globale Transparenz der Preise: die London Metal Exchange (LME).
Diese für Käufer und Verkäufer nützliche Börse ermittelt an jedem Werktag die aktuellen Dollar-Werte je Tonne Zink.
Und praktisch alle Verkäufe, die an einem bestimmten Tag getätigt wreden, orientieren sich dann an diesen Referenzzahlen. Für
Zink- Neumetalle differiert dieser Preis in Abhängigkeit vom Reinheitsgrad;
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bei Vorstoffen richtet er sich nach dem jeweiligen Zinkgehalt.
Die an der Börse notierten Preise gelten bei vertraglich vereinbarten Lieferungen bis zu 27 Monate im Voraus
und bewirken feste Zukunftsbindungen zwischen den Marktpartnern.
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| Die Zinkgewinnung beim Hüttenwerk MHD, Duisburg |
Während viele andere Hütten Zink elektrolytisch gewinnen, ist das Kernstück der MHD-Anlage ein koksbefeuerter
Schachtofen. Dieser Sachverhalt verschafft dem Unternehmen einen entscheidenden Vorteil: Es ist nicht auf nur
eine Art des Vormaterials festgelegt und kann folglich Altmaterial/Reststoffe ohne weiteres verarbeiten. Nur deshalb war die Hütte
in der Lage, sich deutlich als Reststoff-Spezialist zu pfrofilieren und in Partnerschaften mit anderen Industrien einzutreten.
Den Schachtofen bedienen drei Vorstoffanlagen: Heißbrikettierung, Sinteranlage und Direkteinblasenlage. Während die Heißbrikettierung zinkhaltiger
Reststoffe zu ofengängigen Stücken verarbeitet, ist die Sinteranlage für die Behandlung von Zinkerzen vorgesehen. Hier wird
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auch der Schwefel herausgetrennt, der in der Schwefelsäureanlage zur Produktion kundengerechter Schwefelsäure genutzt wird. Die erst vor
kurzer Zeit installierte Direkteinblasanlage führt dem Schachtofen eine Mischung aus zinkhaltige Stäuben und Feinkoks auf direktem Wege zu.
Alle drei Vorstoffanlagen produzieren eine Mischung, die gemeinsam mit Koks im Ofen bei bis zu 2.000 Grad Celsius verarbeitet wird. Über die
so genannte Dampfphase wird - noch in stark verunreinigter Form - das Zink gewonnen; in der nachgeschalteten Destillationsanlage wird es,
durch fast völlige Abscheidung aller Fremdstoffe, marktreif gemacht.
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